13. Großer Plattdeutsch Abend

Könnt Err noch Platt schpräeke? Wenn Sie das lesen und verstehen können, gehören Sie definitiv zu dem kleinen Kreis derer, für die Plattdeutsch keine Fremdsprache ist. Das Plattdeutsch am Leben zu erhalten und wieder mehr zu etablieren, dass haben sich Klaus Cörstges und Helmut Lenzen auf die Fahne geschrieben.

2001 riefen Sie daher mit Hilfe der TAU Hehn, zuerst den kleinen und 2002 den großen Plattdeutsch Abend ins Leben. Einmal im Jahr, nämlich immer am ersten Montag nach Neujahr, findet die kostenfreie Veranstaltung im Pfarrheim Hehn statt.
Dieses Mal trugen Jläbäcker Mundartautoren Kurt P. Gietzen, Thomas Wehrens, Helmut Lenzen, Irmgard van Wijk, Rudi Schreur, Manfred Dülpers, Johannes Ohlig, Reiner Steppkes und Klaus Cörstges ihre, meist autobiografischen Texte, dem schon etwas in die Jahre gekommenen Publikum vor. "Die Jugend spricht und versteht leider kein Platt mehr. Am Anfang kam sie noch zu unseren Vorträgen, aber wenn man nichts versteht, kommt man natürlich nicht mehr wieder", bedauerte Helmut Lenzen. Diese Erfahrung machte auch Brigitte Kaspers (64), ein begeisterter Plattdeutsch-Fan. "Früher war es verpönt Platt zu sprechen, daher wollten wir unseren Kindern nur Hochdeutsch beibringen", sagt Brigitte Kaspers. Erst später brachte sie ihren Kindern dann auch das Plattdeutsche bei.
Plattdeutsch-Unterricht konnte man auch lange Zeit bei Johannes Ohlig (78) besuchen. Der pensionierte Schuldirektor bot noch bis vor einigen Jahren eine Plattdeutsch-AG an, um auch der Jugend dieses Stück fast verlorener Kultur näher zu bringen. Am Montagabend trat er aber nicht als Lehrer auf, sondern brachte das Publikum mit seinen Texten, die passend zum Motto des Abends teils besinnlich, teils heiter waren, zum Schmunzeln und Applaudieren. Aber auch musikbegeisterte Zuschauer kamen auf ihre Kosten, denn Thomas Wehrens trat mit seiner Gitarre auf. Die Lieder hatte er zwar nicht selbst komponiert, aber aus dem hochdeutschen ins Plattdeutsche übersetzt. Das ist immer nicht ganz einfach, doch bringt es einem das vorgetragene Lied mal auf eine andere Art näher.
Wer den vergangenen Plattdeutschen Abend verpasst hat und nicht bis zum nächsten Jahr warten möchte, kann im Oktober noch an dem Senioren-Plattdeutschen Abend teilnehmen oder sich ein Buch einer der vortragenden Mundart-Autoren kaufen.

Text: Claudia Bednorz
Quelle: Rheinische Post vom 08.01.2014

Foto: Ingo Lenzen

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